28.09.2013

Rezi: ,,Die Zombies"- Thomas Plischke



Lily, eine angehende Anthropologin, befasst sich in ihrer Doktorarbeit mit lebenden Toten, auch bekannt als Zombies. Ihr guter Freund Gottlieb, versucht sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen und steht Lily in schwierigen Situationen zur Seite.                                      
Eines Tages lernt Lily den mysteriösen Victor kennen und ist vom ersten Moment an von ihm fasziniert, nicht ahnend, dass Victor ihr eine grausame Welt zeigen wird. Lily findet heraus, dass lebende Tote nicht nur Mythos sind, sondern wirklich existieren, dieses muss sie  am eigenen Leib erfahren. Fort an muss sich Lily vor einem unberechenbaren Feind verstecken: Die Jäger.




,,Die Zombies“ ist mein erster Ausflug in das Reich der lebenden Toten.  Thomas Pilschke hat die Zombies in ein eine Gegenwartsgeschichte verwebt.
Im Vordergrund des Romans stehen die Konflikte von den neu erschafften, lebenden Toten. Jedoch bedient sich der Autor nicht dem üblichen Klischee der Zombies, sondern skizziert sie als intelligente und organisierte Wesen, die überraschend wenig von ihrer Menschlichkeit verloren haben ( es sei denn es geht um ihren Hunger auf Fleisch und dessen Beschaffung).

So mutiert die Protagonisten  Lily nicht zu einer hirnlosen Kreatur. Der Leser erlebt den innere Zwiespalt eines neuer erschafften Zombies und dessen Auseinandersetzung mit der neuen Identität. Lilly fragt sich ob ihr neues Leben moralisch korrekt ist, ob es ok ist, bestimmte Menschen zu fressen und andere zu verschonen. Der Leser fiebert mit Lily mit, hofft, dass es einen Ausweg gibt, oder zumindest eine Lösung mit der sie einigermaßen Leben kann.
Victor hingegen bleibt bis zum Ende ohne Tiefe. Er entspricht einer so typischen Klischee Rolle. Einerseits freut es Victor, dass er gegenüber den Menschen überlegen ist, aber auf der anderen seit fühlt er sich in seiner Unsterblichkeit schrecklich allein und leer und wie kann es anders sein, dass nur eine gut aussehende und intelligente Frau diese Leere füllen kann?
Auch Gottlieb wird nur sehr oberflächlich skizziert, er ist der arme und missverstandene Sohn eines reichen und zugleich tyrannischen Vaters. Thomas Plischke versucht Gottliebs Charakter im Laufe des Romans mehr tiefe und Leben einzuhauchen, was ihm recht gut gelinkt ( z.B. durch Schilderung seiner Gedanken).

,,Die Zombies“ wird abwechselnd aus Lilys und Gottliebs Sicht erzählt, das Katz und Maus Spiel der beiden erhöht die Spannung zusätzlich. Die Hintergrundinformation (z.B. Interviews)  rund um die Legenden aus Lilys Doktorarbeit rundet die Geschichte zu einer interessanten Story ab.     
Die blutrünstigen Szenen werden von Thomas Plischke ausführlich und detailliert beschrieben sowie sprachlich gekonnt umgesetzt, sodass der Roman nicht für junge Leser oder Leser mit schwachem Magen geeignet ist.

Alles in allem hat mich ,,Die Zombies“ wirklich gut unterhalten und ich bereue es nicht, dass ich mich in die Welt der Zombies gewagt habe. Wegen den teilweise oberflächlichen Charakteren gibt es von mir vier von fünf Schafen.




  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (1. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492267467
  • ISBN-13: 978-3492267465

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