22.09.2013

Rezi: ,,Oneiros-Tödlicher Fluch"- Markus Heitz


Bei einem tragischen Flugzeugunglück kommen hunderte von Menschen um. Die Polizei ermittelt, steht jedoch vor einem Rätsel: Wie sind die Menschen umgekommen?  Die Polizei kann nicht ahnen, dass es einen Überlebenden gibt, der einen schrecklichen Fluch  in sich trägt, denn der Fluch bringt den Tod.
Konstantin Kroff, ein erfolgreicher Bestatter und Thanatologe,  wird zur Aufbahrung einer bekannten Person gerufen, die bei dem schrecklichen Flugzeugunglück zu Tode gekommen ist. Doch Konstantins gefährliche und brutale Vergangenheit droht ihn einzuholen.



Markus Heitz befasst sich in ,,Oneiros“ mit Märchen und Legenden rund um den Tod. Die Geschichte hält sich dabei nah an der Realität, enthält aber auch übernatürliche Elemente.  Die Idee die hinter ,,Oneiros“ steckt  ist originell und gut recherchiert, dennoch  ist der so wünschenswerte Funke nicht übergesprungen und der Roman weißt einige zähe abschnitte auf.

Der Roman wird durch verschiedene Perspektiven dem Leser nahe gebracht. Neben dem Erzählerstang von Kroff, wird die Story auch aus der Perspektive eines selbsternannten Polizisten, der nach seinen eigenen Moralvorstellungen die Welt vor bösem retten möchte und von der verrückte Wissenschaftlerin,  die versucht auf medizinische Weise Unsterblichkeit zu erlangen und dabei menschenunwürdige Experimente durchführt und auch nicht abgeneigt ist, für ihr Ziel Menschen zu entführen,erzählt.
                                                                                                          
 "Oneiros" fehlt der wichtige  Sympathieträger. Es scheint so, als ob der Leser absichtlich auf Distanz gehalten wird. Keiner der Protagonisten gibt sein volles Gefühlsleben preis und der Leser erfährt nur wenig über die Beweggründe der Charaktere.
Die Atmosphäre des Buches ist durchgehend von einer gewissen Brutalität geprägt. Kaum ein Kapitel vergeht ohne eine Kampfszene, einen Mord oder gar ein Massenmord (unfreiwilliger Weise) verübt wird. ,,Oneiros“ ist eindeutig nicht für zartbesaitete Leser geeignet.

Der Schreibstill scheint zunächst sehr abgehakt und erschwert den Einstig in den Roman. Nach dem man sich an den Schreibstil gewöhnt hat, lässt sich ,,Oneiros“ flüssig und gut lesen. Viele witzige Wortgefechte lockern die Geschichte rund um den Fluch etwas auf. Positiv zu vermerken sind, die einzelnen Zitate von Märchen und Legenden bezüglich des Todes.
Die Covergestaltung harmoniert perfekt mit der düsteren Story und bereitet den Leser darauf vor, was ihn in diesem Roman alles erwarten kann: Düsternis und vor allem der Tod.



Alles im allem ist ,,Oneiros“ ein spannender Roman, der vor allem zum Ende hin leider etwas zu langatmig wird. Aufgrund der Brutalität und der Grausamkeiten, die in dem Roman eine wichtige Rolle spielt, ist ,,Oneiros“ nicht für jüngere oder zartbesaitete Leser geeignet. Auch hat mir ein wirklicher Sympathieträger gefehlt, der mich zum mitfiebern animiert hat. Deswegen 3 von 5 Schafen.




  • Broschiert: 624 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (2. Mai 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426505908
  • ISBN-13: 978-3426505908



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