24.09.2013

Rezi: ,,Skinned"-Robin Wasserman




Lia Kahn gehört zu den Reichen und Beliebten ihrer Gesellschaft, bis sie beinah bei einem Unfall stirbt. Sie erwacht in einem künstlichen und für sie furchterregenden Körper auf. Nichts kann ihr mehr schaden zu fügen. Lia wird weder altern noch wird sie jemals wieder schmerzen empfinden. Ihre Eltern haben einen Downloadeingriff  durchführen lassen. Lias Gedanken und Erinnerungen werden aus ihrem Gehirn auf einen Speicher eines künstlichen Gehirns gezogen von nun an ist Lia ein sogenannter Skinner oder MechHead. Doch sie muss einen hohen Preis für diesen Eingriff zahlen, fortan wird sie von ihren Freunden verstoßen und auch ihre Familie kann mit ihrer Veränderung nicht umgehen. Nur der sensible Außenseiter Auden steht ihr zur Seite.




,,Skinned“ ist kein oberflächlicher Jugendroman, sondern setzt sich mit vielen Problemen der Gesellschaft auseinander. So strebt unsere Gesellschaft immer mehr nach Perfektion. In Lias Welt ist es den Menschen mittlerweile gelungen, dass sich Eltern die Gene ihrer Kinder aus einem Katalog auszusuchen können  und auch die Technik ist weit vorgeschritteten, so gelingt es einer Firma z.B. die Skinner zu erschaffen. Ein weiteres wichtiges Thema in ,,Skinned“ ist die Frage, was einen Menschen ausmacht: Der Körper, ein freier Wille, gesammelte Erfahrungen und das dadurch resultierende Verhalten, eine Mischung aus beiden oder gar etwas ganz anderes?

Robin Wasserman legt wenig Wert auf eine gute Spannungskurve sondern vielmehr auf Denkanstöße. Die Atmosphäre des Romans ist daher sehr melancholisch, traurig und nachdenklich. Eine einfühlsame  und einfache Wortwahl rundet alles ab.

Die Anfängliche Oberflächlichkeit und Ich- Bezogenheit von Lia war zu anfangs recht ansträngend und lässt die Protagonistin wenig sympathisch wirken.  Lia verändert sich im Laufe des Jugendromans jedoch weiter und wird von einer zunächst ängstlichen Person zu einer jungen Frau, die gegen ihre Ängste kämpft und vor allem um einen Platz in der Gesellschaft.                                                       
 Der Außenseiter Auden versucht Lia zu helfen und ist von ihrer Andersartigkeit fasziniert. Er selbst wurde auf natürlichem Wege zur Welt gebracht und seine Eltern haben seine Gene nicht manipuliert, sodass er nicht zu dem gängigen Schönheitsideal passt. Unter normalen Umständen gäbe es für Auden keine Chance sich mit Lia zu unterhalten oder gar anzufreunden.                                                       
Lias Familienmitglieder sind sehr schlecht ausgearbeitet. Lias Schwester ist einfach nur eine extrem große und nervige Zicke, ihre Mutter neigt zu hysterischen Anfällen und ihr Vater ist der alles bestimmende Tyrann.

Alles in allem hat mir ,,Skinned“ sehr gut gefallen und mich zum nachdenken angeregt. Aufgrund der teilweise schlecht ausgearbeiteten Charaktere gibt es von mir vier von fünf Schafen.






Trilogie:

  ,,Crashed" 




  • Gebundene Ausgabe: 375 Seiten
  • Verlag: Script5 (7. Januar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839001064
  • ISBN-13: 978-3839001066
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren



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