05.05.2015

Rezi: ,,Drachenelfen"- Bernhard Hennen

Broschiert: 1072 Seiten
Verlag: Heyne
Reihe: 1/5
ISBN-10: 3453266587
ISBN-13: 978-3453266582
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Der Kampf um die Welt Nagog scheint unausweichlich, denn die Devanthar haben den Packt mit den Alben nicht eingehalten und die verbotene Welt mit Menschen besiedelt, dies können sich die Drachen nicht bieten lassen und so fangen die Himmelsschlangen an, ihre Intrigen zu spinnen.  Die Zeit der Intrigen und erbitterten Kämpfe wird das Leben für alle von Grund auf verändern. 
Vor allem die Zwerge und die Devantahre wollen die Vorherrschaft der Drachen nicht mehr akzeptieren und ersinnen Pläne um die Macht der Drachen zu verringern.  So schmiedet der Zwerg Galar eine Waffe, die fähig ist Drachen zu töten.
Nandalee ist eine sippenlose Elfe, schnell gerät sie in das Visier der Drachen und so wird sie zu einer Drachenelfe ausgebildet. 
Aber auch die Devantahre  besitzen Spielfiguren, die sie einsetzen, um ihr Ziel zu erreichen. So erwählen die Devantahre unsterbliche Heerführer und einer dieser Unsterblichen ist Artax, ein einfacher Bauer, der für die Devantahre mit seinem Volk in eine gefährliche Schlacht ziehen soll.


Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an die ,,Drachenelfen“ und wurde zum Glück nicht enttäuscht, denn ich konnte vollkommen in die phantastische Welt abtauchen. Der Roman hat mir einige Schlaflose Nächte beschert, da ich ihn einfach  nicht aus der Hand legen konnte.                                                                                                                        
Mit über 1000 Seiten ist ,, Drachenelfen“ wahrlich ein Wälzer und man darf definitiv keine Angst vor einer hohen Seitenanzahl haben. Obwohl das Werk Bernhard Hennens eine so beachtliche Zahl an Seiten hat, erscheint mir keine Seite überflüssig sondern absolut notwendig. 
Auch wenn man die Elfen Romane nicht gelesen hat, kann man wunderbar in die Geschichte eintauchenden. Jedoch verpasst man die ein oder andere Anspielung.
Der Drachenelfen-Zyklus spielt in einer wesentlich früheren Zeit als der Elfen-Zyklus. Die Alben haben sich noch nicht vollkommen zurückgezogen, die Drachen erleben ihre Blütezeit und auch die Devantahre besitzen viel Macht. Elfen und Menschen sind nur Spielfiguren und werden beliebig eingesetzt.                                                                                                                                                                       
Es wird schnell deutlich, dass ,, Drachenelfen“ der Auftaktband einer Serie ist, da vor allem viel Wert auf die Beschreibung der Welt und der Intrigen gelegt wird. So wird die Welt Nango (in den Elfen Romanen die zerbrochene Welt) detailreich geschildert und wirkt schon fast lebendig. Nango wird nicht nur von Menschen bewohnt sondern auch von allerlei interessanten Wesen wie z.B.  die Wolkensammler, dies sind riesen große, intelligente und Quallen ähnliche Geschöpfe, die fliegen können. An ihnen werden Schiffe befestigt und so können, die die Menschen Nangos transportieren.  
Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass die Elfen noch kein so hochentwickeltes Volk sind wie in dem Elfen Zyklus, sie wirken teilweise sogar leicht barbarisch, da sie z.B. in Sippen leben und ihr Leben vor allem auf Jagen etc. ausgerichtet sind. So ist auch die Kultur der Elfen im Wandel, entwickelt sich weiter, erlebt Tiefschläge und das Volk muss sich immer und immer wieder anpassen.                                                                      
In die,,Drachenelfen“ steht keine große Schlacht im Vordergrund, sondern Intrigen und Machtkämpfe der einzelnen Parteien. So wird der uralte Kampf um Macht vor allem im Verborgenen und nicht immer offensichtlichen ausgetragen.

Der Schreibstil von Bernhard Hennen ist gewohnt Bildgewaltig und detailreich.  Man muss definitiv ein Faible für eine ausholende Erzählweise haben, um den Schreibstil von Bernhard Hennen zu mögen. Zudem gelingt es dem Autor aufgrund seiner Wortwahl Emotionen  realistisch und abwechslungsreich rüber zubringen.
Das Geschehen wird aus der Sicht mehrerer Perspektiven geschildert und es gibt verschiedene Handlungsstränge.  Stellenweise vereinen sich die Handlungsstränge zu einem um sich dann wieder zu trennen. Durch den ständigen Perspektivenwechsel gibt es einige, jedoch nicht zu übertriebene,  Chliffhänger, sodass stetig Spannung aufgebaut wird.          
Da ich die Elfen Romane bereits gelesen habe, wusste ich von Anfang an, wie die Geschichte bzw. die Reihe ausgehen musste und dennoch was der Roman einfach unfassbar spannend und tragisch zu gleich.                                                                                
Es bleibt bei so vielen Handlungssträngen und Protagonisten nicht aus, dass man Lieblinge hat und Handlungsstränge bzw. Protagonisten  mit denen man sich einfach nicht anfreunden kann. So konnte ich beispielsweise nicht erwartet, dass die Seiten mit dem mysteriösen Intrigant schnellst möglich vorbei sind, da ich es extrem anstrengend fand, dass die Personalpronomina alle großgeschrieben sind und sie so besonders prägnant in meinem Kopf waren.

Auch wenn der Titel des Romans ,,Drachenelfen“   lautet, steht kein Volk direkt im Vordergrund, sondern jedes Volk hat ein wichtigen Platz in der Geschichte. Alle Figuren sind sehr ambivalent und weder vollkommen gut noch vollkommen böse und sind alle sehr vielschichtig.                                                                                                           
Die Drachen sind extrem launisch und sehr intrigante Wesen. Des Öfteren war ich mir unsicher, ob  die Drachen nun gut oder schlecht sind. Schlussendlich sind die Drachen einfach ein sehr ambivalentes Volk und sie vertreten die Ansicht: Das Ziel heiligt die Mittel.  Elfen sind für die Drachen lediglich Spielfiguren, die sie einsetzten können um ihr Ziel zu erreichen.                                                                                                      
Die Elfe Nandalee ist im Gegensatz zu ihren Artgenossen sehr wild und schon fast ursprünglich. Sie hadert sehr damit, die Spielfigur der Drachen zu sein und sie fühlt sich in ihrer Rolle gefangen. Sie möchte nicht allen Forderungen der Drachen nachgeben, denn oftmals stehen die Forderungen der Drachen mit ihrem Gewissen in Konflikt.           
Auch Atrax, der Unsterbliche, hadert mit seinem Schicksal. In nur wenigen Augenblicken wird er vom Bauern zum König. Atrax hat ein gutes Herz und möchte die Welt zum positiven verändern. Er hat eine sehr naiv und doch absolut sympathische Weltsicht und ich habe mich die ganze Zeit über gefragt, ob er es schafft, seinen Prinzipien treu zu bleiben oder er zur absoluten Marionette der  Devantahre wird. 
Die Zwerge werden extrem klischeehaft skizziert: Sie sind ordinär, haarig und vor allem dreckig und ich muss gestehen, ich mochte die Zwerge so gar nicht. 
                                        

Alles in allem hat mich der Roman restlos begeistert. Die ,,Drachenelfen“ ist ein großartiger Fantasy Epos. Die Charaktere sind vielschichtig und auch der Schreibstil ist gewohnt Bildgewaltig. 



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