11.11.2015

Rezi: ,, Das Lied der Dämonen" (Band 1)- Wolfgang Thon


Broschiert: 704 Seiten
Verlag: Blanvalet
Reihe: 1/3
ISBN-10: 3442269601
ISBN-13: 978-3442269600

Die Drachen und auch viele alte Götter sind mittlerweile schon fast vergessen. Einst schien es, dass die Drachen vernichtend besiegt worden sind, doch die Drachen schmieden im Verborgenen neue Pläne und auch ihre Priester müssen im verborgenen agieren, da sonst die Feinde der Drachen auf die Pläne aufmerksam werden könnten. Dabei soll ihnen ein junger Mann helfen, denn eine Prophezeiung besagt, dass er der Schlüssel zu allem ist.
Wie durch ein Zufall überlebt der junge Lay den Angriff auf sein abgelegenes Kloster, muss jedoch dabei mit ansehen wie alle erbarmungslos umgebracht werden. Lay möchte die Angreifer zur Strecke bringen und wird durch einen sehr geheimnisvollen Hünen daran gehindert. Währenddessen versucht die widerspenstige Drachenbraut Jolah ihre politisch motivierte Vermählung zu verhindern, denn sie hat andere Pläne.


Wolfgang Thon ist mir schon das ein oder andere Mal als Übersetzter begegnet und umso gespannter war ich auf seinen Roman. In ,,Das Lied der Dämonen“ spielen vor allem Lügen, Intrigen, Verrat, Liebe und Magie eine zentrale Rolle. Es geht banal gesagt darum, wer die Weltherrschaft an sich reißen kann und somit die Zukunft der Welt und der Menschen bestimmt. 
Für mich hörte sich der Klappentext zunächst nach einer 0/8/15 Gesichte an und ich wurde zum Glück eines besseren belehrt, denn es handel sich definitiv nicht um eine mittelmäßige Geschichte.
Magier, die Drachenpriesterinnen und auch die Bewohner des Landes, die Auguren kämpfen verbittert um Macht und scheuen vor fast nichts zurück. Andere Menschen sind nur Figuren für sie, die sie benutzen, um an ihr Ziel zu gelangen und daher war ich mir nie wirklich sicher wem Lay und Jolah wirklich vertrauen können und wem nicht. Zumal nicht wirklich sicher ist, was die Prophezeiung wirklich aussagt, da sie viel Interpretationsspielraum frei lässt. Jede Figur interpretiert die Prophezeiung daher zu ihren Gunsten. So kam ich auch einfach nicht umhin, zu überlegen, welche Auslegung ich bezüglich der Prophezeiung favorisiere und was für Konsequenzen die einzelnen Interpretationen haben.

Der Roman hat eine gewisse dunkle Grundstimmung, der Autor lockert diese düstere Atmosphäre jedoch durch humorvolle und witzige Wortgefechte auf, sodass ich das ein oder andermal wirklich schmunzeln musste. Die Geschichte ist in verschiedene Erzählstränge aufgebaut, sodass man aus Sicht von unterschiedlichen Figuren die düstere Zeit erlebt. Zudem gelingt es den Autor dadurch eine gewisse Grundspannung aufzubauen.
Ich empfand den Schreibstil als sehr schnörkellos und gradlinig, dies hat einfach perfekt zu der Gesichte und der Atmosphäre gepasst. Wolfgang Thon hat sich zudem eine Dämonensprache erdacht, diese empfand ich aber teilweise als störend, da sie stellenweise wirklich oft vorkam und sie mich einfach etwas aus dem Konzept gebracht hat.

Lay und Jolah sind die Protagonisten des erstem Bandes und man kann hautnah miterleben wie sie von den Mächtigen zu Spielfiguren gemacht werden.
Lays Seele ist stark gebrochen, da er die grausame Tat im Kloster mitangesehen hat. Er wird stellenweise einfach von Zorn zerfressen und auch sein Handeln wird oft durch diesen schmerzhaften Zorn beeinflusst.                                    
Jolah ist dagegen sehr dickköpfig und möchte ihren eigenen Weg gehen. Sie möchte selbst entscheiden und sich nichts diktieren lassen, sodass sie grade am Königlichen Hof Grenzen überschreitet.

Alles in allem konnte mich der Auftaktband der Reihe positiv überraschen und ich freu mich schon auf die anderen Bände. 


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